Während das Saar-Echo bereits den Rücktritt von Frank-Walter Steinmeier wegen seiner billigenden Mitwisserschaft an der Folter im Ausland fordert, Kontraste die Aussage von Kriminaloberkomissar Ralph Trede, aus der hervorgeht, dass Generalbundesanwalt Kay Nehm und BKA Präsident Jörg Ziercke im Libanon anscheinend Folter quasi beauftragt haben, detailliert aufbereitet hat, ist es vielleicht Zeit, sich auch mal mit den ganz normalen kleineren Mißhandlungen und Übergriffen durch Polizei und Justizvollzug in Deutschland zu beschäftigen. (weiterlesen…)
In Interview von Alexander Schwabe für Spiegel Online mit Titel Gasprom ist ein Synonym für Korruption erklärt Jürgen Roth, Autor von Büchern wie Die Gangster aus dem Osten, wer die Gasprom ist und wie sie funktioniert (via Rainer). Gasprom ist so eng mit dem Kreml verbunden, dass Strafverfahren gegen die milliardenschwere Korruption selbst in anderen Ländern niedergeschlagen wurden, um keinen Konflikt mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin herbeizuführen. Gerhard Schröder übernimmt also den Job des Aufsichtsratschefs in einer Firma, die der organisierten Wirtschaftskriminalität zuzurechnen ist. Geradezu lächerlich ist die Vorstellung, dass die Vergabe dieses Jobs nicht über Putin’s Schreibtisch lief. Warum haben Vladimir Putin und Gerhard Schröder vereinbart, dass Gerhard Schröder den Job bekommt?
Ex-Schachweltmeister Garri Kasparov erklärt in einem Interview von Carsten Volkery für Spiegel Online mit Titel Eine Schande für die Demokratie (via Odenwald-Geschichten), dass der Job von Gerhard Schröder in der Mafia seines Freundes Vladimir Putin ein fatales Signal für alle diejenigen ist, die in Russland für mehr Demokratie kämpfen. Garri Kasparov meint, Gerhard Schröder hat den Job von Freund Vova bekommen, weil Vladimir Putin ein Skalpjäger sei und er es als ehemaliger Spion es gewohnt sei, Ausländer zu kaufen.
Der Vorwurf, Gerhard Schröder hätte den Job für die russische Mafia wegen des Gehaltes angenommen, macht es sich sicher zu einfach. Ich denke, um zu verstehen, dass Gerhard Schröder sich wohl nicht nur aus Sorge um das Gemeinwohl auf den Job bei Gasprom eingelassen hat, muß man schon etwas tiefer graben. Hans-Joachim Selenz, Autor von Wildwest auf der Chefetage, erklärt Gerhard Schröder’s zwielichtigen Job hingegen nicht mit finanziellen Vorteilen, sondern damit, dass Gerhard Schröder mit dem Job wahre Größe zeigt:
Gerhard Schröder ist mal wieder in aller Munde. Mit seiner Gas-Prom-Geschichte hat er sich geoutet. Dass er ein Flachland-Hallodri ist, war bekannt. Er konnte aber auch als gelernter Staatsschauspieler den Staatsmann geben. Mit oberwichtiger Miene. Wenn er Ehrenformationen abschritt hatte man den Eindruck, er sei 190 cm - oder größer. Mindestens. Keiner seiner Staatschef-Kollegen schritt so majestätisch wie er. Steht man neben ihm, ist man erstaunt. Nicht immer ist ein Hocker zur Stelle. Er ist wahrscheinlich noch nicht einmal 170. Aber Napoleon war bekanntlich auch nicht größer. Inzwischen nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Helden.
Robert Leicht zieht im Tagesspiegel die Möglichkeit in Betracht (via Seitenhiebe), dass Gerhard Schröder am 22. Mai möglicherweise nur deswegen nicht zurückgetreten sei, um den Pipeline-Deal mit Putin nicht zu gefährden. Der Wahlkampfslogan der SPD, Vertrauen in Deutschland, bekäme da noch eine ganz neue Dimension: er zeugt von wahrer Größe.
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