Schlimme Sache, wenn sich Gewerkschaftsmitglieder erdreisten, ohne Genehmigung bei Betriebsratswahlen zu kandidieren. Zumindest dann, wenn sie auch noch Erfolg damit haben. Angesichts des willkürlich erscheinenden Prozedere beim Rausschmissverfahren von Dieter Stutz und René Bichler aus der IG-Metall scheint es mir unumgänglich zu sein, eine alternative Gewerkschaft zu gründen, die auf den Prinzipien von Solidarität und gelebter innergewerkschaftlicher Demokratie fusst.
Eine offene Informationspolitik scheint Sache der IG-Metall ohnehin nicht zu sein, denn eine Suche nach den Namen Dieter Stutz und René Bichler auf der Webseite der IG Metall brachte mir keinen einzigen Treffer. Wer hingegen im Forum vom Netzwerk IT nach Meinungen zum Gewerkschaftsausschluss von Dieter Stutz und René Bichler sucht, der findet leicht ein paar deutliche Worte wie die eines anonymen Kommentators:
Gewerkschaftsschädigend verhalten sich die gut bezahlten Penner an der IGM- und DGB Spitze, die sich bei Unternehmen und Regierung anbiedern. Wir, die Basis, sollten die irgendwann in den Dauerurlaub nach Brasilien schicken. Die Kosten trägt Herr Hartz persönlich.
Meinen Glückwunsch an die Manager der IG-Metall. So kommt ihr im Ansehen der Kollegen sicher bald auf das Niveau des FDGB.
Im Labournet finden sich übrigens in einer Übersicht noch mehr Ausschlussverfahren aus deutschen Gewerkschaften, darunter zum Beispiel auch den Fall der Alternativen Metaller Kassel.
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Über Gewerkschaften braucht man nicht diskutieren, wenn man weiß, dass die Bosse mehr als die Bundeskanzlerin verdienen. Bei der Neugründung von ver.di konnten sich die Vorstände der Einzelgewerkschaften nicht auf eine Reduktion der Führungsetage einigen, also wurde der Vorstand aufgebläht und erst mal das Gehalt aller Bosse erhöht. Die kleinen Mitarbeiter selber müssen mit Gehaltskürzungen und Auslagerungen leben, eine eigenständige Vertretung ihrer gewerkschaftlichen Interessen gibt es nicht, denn sie wären ja schon in der Gewerkschaft, sowie auch die Ausbildungsquote der Gewerkschaften arg zu wünschen übrig lässt.
Tja, die Bosse wissen halt, wie Ökonomie funktioniert, nur von anderen verlangen sie sozialistische wie soziale Absurditäten, die sie selber nicht leisten - können.
Quatschvereine.
Stimmt es, dass die Gewerkschaft in Ihrer Zentrale niemanden ausbildet, von der Wirtschaft jedoch Strafen wegene fehlenden Ausbildungsplätzen einfordert?
@ 2: So ein Gerücht ist mir in Bezug auf eine bestimmte Gewerkschaft bekannt, die im Hauptartikel nicht genannt wird. Aber ich kann dieses Gerücht nicht durch eine Quelle belegen, dieses Gerücht ist auch schon so etwa drei Jahre alt. Wegen des Abmahnrisikos nenne ich die Namen dieser Gewerkschaft nicht. Denn ich möchte mir nicht Rufschädigung, Geschäftsschädigung oder dergleichen mehr vorwerfen lassen.
Habe ein wenig im Internet nachgeschaut und folgendes gefunden:
24.04.2004:
Jetzt zeigt ein Artikel in der Netzeitung, wie gross die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit hier [bwi den Gewrekschaftren] tatsächlich ist. Der Anteil der Ausbildungsplätze liegt bei allen Gewerkschaften nämlich deutlich unter [von den Gewerkschaften für die Unternehmen gefprderten] 7%, z.B.
* Verdi: 0,29%
* GEW: 1,13%
* IG Metall: 2,15%
Also bilden die Gewerkschaften doch aus.
Ob die Zahlen stimmen, weiß ich natürlich nicht. Heute bilden die Gewerkschagften bestimmt mehr aus, als 2004.
Ich kann es so immer noch nicht fassen was die Median der Menschheit presentieren!
Mehr Infos: http://www.ResistantX.de
Top-Manager ruinieren Ruf der Großkonzerne
Quelle:
Top-Manager ruinieren Ruf der Großkonzerne
Studie: 42 Prozent halten Wirtschaftsführende für korrupt
Hamburg
(pte/21.11.2006/15:58) -
Die Mehrheit der Deutschen vertraut den gro
Eine alternative Gewerkschaft wird das Problem nicht dauerhaft lösen. Wenn eine Organisation zu gross wird, dann wird sie zwangsläufig ein Eigenleben entwickeln. Die machthungrigsten Mitglieder werden sich an die Spitze boxen und dort ihre Pfründe sichern. Das ist ein normaler Vorgang, den du auch mit noch so viel Demokratie nicht verhindern kannst.
Eine Lösung sind kleinere Organisationen, auf regionaler oder gar Betriebsebene, die miteinander konkurrieren. In Ländern ohne rechtliche Privilegierung von Gewerkschaften entstehen diese auch. Aber das wird vom deutschen Gesetzgeber nicht gewollt, der grossen Massengewerkschaften per Gesetz fördert und fordert. Denn nur so kann der Gesetzgeber seine eigene Macht erhalten und ausbauen.
Parteien entarten enebfalls nach einer bestimmten Zeit.
Das haben wir in der Sowjetunion nach der Revolution 1917 erlebt und auch bei den Grünen.
Musterbeispiele sind Otto Schily und Joschka Fischer.
Eine solche Entwicklung ist wirklich unvermeidlich.
Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, das Recht auf Bildung und Arbeit sind neben dem Recht auf Essen, Kleidung und Wohnung grundlegende Rechte, welche immer wieder eigefordert und verteidigt werden müssen.
Ob es ein Menschenrecht auf Maximierung des Wohlstandes gibt möchte ich anzweifeln.
Menschenwürde ist nicht unbedingt maximaler Wohlstand.
Hmm vielleicht sollte man politische Würdenträger in ein asketisches Kloster einsperren, um Anreize zu schaffen, dass sie sich nur Ihrem Gewissen gegenüber verpflichtet fühlen?
Einem Hartz-4 Verordner, der sich von Wasser und Hirsebrei ernährt, kann man nicht böse sein!
Ich halte es für etwas problematisch, das sich hier in div. Berichten sich auf nichts direktes von der IG Metall berufen wird. Soll ich jetzt der einen Seite blindäugig Glauben?
Die DGB-Gewerkschaften sind bei weitem demokratischer als viele Vereine, Parteien, u.s.w. Dies konnte ich als Querdenker schon mehrfach selbst am eigenen Leib erfahren!
Bei der IG Metall z.B. wählen ALLE Mitglieder einer Verwaltungsstelle Delegierte für das Parlament (Delegiertenversammlung). In Hamburg sind das z.B. ca. 200 Personen. Diese demokratische Versammlung wählt wiederum den 1. und 2. Bevollmächtigte/n (1. & 2.”Vorsitzende/r”) und den Ortsvorstand (”Regierung”). Darüberhinaus haben die versch. Statusgruppen zusätzlich eigen Ausschüsse u.ä.
Bevor ich jetzt hier den kompletten Aufbau erkläre (der wesentlich demokratischer und basisnaher als z.B. in der SPD ist), gehe ich auf den betrieblichen Aufbau ein:
Innerhalb der Betriebe organisieren sich die Metaller/innen in Betriebsgruppen, auf welchen ALLE Metaller/innen demokratische Entscheidungen treffen. Dazu gehören neben der eigenen, internen Wahl (Vertrauensleute), eben auch solche Dinge wie die demokratische Aufstellung einer Betriebsrätewahlliste.
Wer darüber hinaus doch seine eigene Suppe kochen möchte, der wird selbstverständlich nicht daran gehindert. Er/Sie sich dann gegen die Metaller/innen. Auf welcher Grundlage sollte die IG Metall solche Mitglieder halten?
Mal kurz zum Nachdenken: Was würde die SPD machen, wenn ich bei der CDU oder DKP kandieren würde? Rauswürfe auf dieser Grundlage gibt es m.W.n. wesentlich mehr als geduldete Fremdkandidaturen bei Betriebsratswahlen.
Noch was zu Rolf Schälike:
Ja, es ist richtig, das die Gewerkschaften selbst nicht so viel ausbilden. Jedoch gibt es einen wesentlichen, inhaltlichen Ziel-Unterschied zwischen Gewerkschaften und herkömmlichen Unternehmen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ArbeitnehmerInnen, welche beim DGB (oder einer der Mitgliedsgewerkschaften) gelernt bzw. gearbeitet haben, als Arbeitssuchende einen “Stempel”-Nachteil hatten.
Desweiteren bilden die Gewerkschaften überhaupt noch aus. In Hamburg machen das von allen Betrieben die das könnten nurnoch 16% der ausbildungsfähigen Betriebe! (D.h. Kleinbetriebe, Scheinselbständige, finanziel-angschlagende u.ä. Buden tauchen dabei nicht auf!) In der restlichen Republik sieht es auch nicht besser aus! Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der kommende SPD-Spitzenkandidat in Hamburg eine Umlage als einen seines 7.-Punkte-Plans aufführt. Soviel also zum diesem Thema!
PS: Ich habe selbst viel Kritik an den Gewerkschaften. Sehr viel Kritik sogar.
An dieser Stelle aber noch ein kleines Schlußwort von Lenin:
„Und gerade diese Dummheit begehen die „linken“ Deutschen …, die aus der Tatsache, daß die Spitzen der Gewerkschaften reaktionär und konterrevolutionär sind,
den, Schluß ziehen, daß man … aus den Gewerkschaften austreten!!, die Arbeit in den Gewerkschaften ablehnen!! und neue, ausgeklügelte Formen von Arbeiterorganisationen
schaffen müsse!! Das ist eine so unverzeihliche Dummheit, daß sie dem größten Dienst gleichkommt, den Kommunisten der Bourgeoisie erweisen können.”
PS2: Ich bin kein Kommi!
Ach ja, noch was zum Thema Vertrauen der Gewerkschaften:
http://www.neon.de/kat/sehen/gesellschaft/148603.html
PS: Bin selber nur ein einfacher Arbeiter, jedoch in der Partei und Gewerkschaft aktiv.
@marxeting
Ich habe tatsächlich nach Informationen der IG-Metall zum Ausschlussverfahren gesucht, nur eben keine gefunden. Genau diese Informationspolitik habe ich in meinem Artikel kritisiert. Wenn bei der IG-Metall Kandidaturen auf verschiedenen Listen üblich sind, wieso erfolgt dann in disem Fall ein Gewerkschaftsausschluss? Müsste da nicht gleiches Recht für alle gelten? Wie die demokratischen Strukturen in der Praxis gelebt werden, darüber sagt das Prozedere dieses Ausschlussverfahrens vermutlich mehr aus, als alles, was sonst irgendwo auf dem Papier steht.
In einigen mir bekannten Mobbing-Fällen haben die Gewerkschaften völlig versagt. Hier sehe ich nun, wie anscheinend in der IGM selbst fröhlich gemobbt wird. Da wundert mich das Versagen wenig.
Durch die Gründung alternativer Gewerkschaften könnten die Gewerkschaftsbosse dazu gebracht werden, sich anständiger zu verhalten. Denn sei ehrlich: Wadenbeisserei im Kampf um die Fleischtöpfe guter Jobs gehört auch in den Gewerkschaften zum Alltag. Zieht bei den Gewerkschaften mehr Solidarität und gelebte innergewerkschaftliche Demokratie ein, könnten ausgegründete Splittergewerkschaften sich auch durchaus wieder mit der grossen Mutter vereinigen.
Verstehe mich nicht falsch, ich finde es sehr wichtig, dass es funktionierende Gewerkschaften gibt. Nur sollten die Gewerkschaften eben auch in der Lage sein, Mißstände in der eigenen Führung zu beseitigen.
@ 12 Marcel
Es gibt alternative Gewerkschaften.
Zur Deutschen Journalisten Union in ver.di etwa gibt es den bei mir im Blog gebührend erwähnten DJV.
Aus dessen internen Querelen ist nun eine (zumindest für die Region Berlin/Brandenburg) dritte Journalistengewerkschaft hervorgegangen.
Dann gibt es eine alternative Gewerkschaft der Lotsen und Verkehrspiloten namens “Cockpit”.
Für den Bereich der DB AG gibt es gleich zwei Alternativgewerkschaften zur DGB-Transnet. Einzelheiten dazu unter: http://www.tarifkonflikt.de/9.0.html
Damit kann ich auch gleich überleiten zu
@ 7 Arno Y., der schrieb:
und am heutigen Sonntag einfach nur das tun, was Marxeting in @ 10 bereits schon vor mir getan hat – den alten Wladimir zitieren:
Mal abgesehen davon, dass lange, sehr lange für die “Koalitionsfreiheit” (vgl. Art. 9 III GG) gekämpft worden ist. Der deutsche Liberalismus des 19. Jahrhunderts mit Schultze-Delitsch an der Spitze hatte mit der Koalitionsfreiheit wesentlich weniger zu tun als es etwa ein – wenngleich stockkonservativer – großer Stratege namens Otto von Bismarck hatte.
Was bitte meint Arno Y., wenn er von “Privilegien” spricht?
Meint er das Tarifvertragsgesetz? Meint er das Recht der Arbeitnehmer über ihre Gewerkschaften an Gesetzesvorhaben beteiligt zu werden?
Und wo bitteschön sieht Arno Ypps die positiven Entwicklungen in anderen Ländern?
In Kolumbien? In China? In Burma oder Bangladesch?
Die Liste ließe sich um einige Länder erweitern.
Fazit
Wer die Koalitionsfreiheit nur deshalb zur Disposition stellt, weil er nicht mit allem einverstanden ist, was in hiesigen Gewerkschaften abgeht, kann auch gleich das Grundrecht auf Leben und Gesundheit des Art. 2 II 1 GG deshalb abschaffen, weil er meint, damit das “demographische Problem” Deutschlands lösen zu können.
Ich hab mir auch schon mal den Unmut der “Gewerkschaft” wegen Extrawahlliste zugezogen.
Echt affig, was da so abgeht.
Dem drohenden Ausschluss bin ich durch Austritt zuvorgekommen.
http://www.krambox.de/item/300
Hallo,
als überzeugter Nichtwähler stellt sich mir die Frage der Mitgliedschaft oder Nichtmitgliedschaft in einer Gewerkschaft schon lange nicht mehr.
Die Gewerkschaften, die ich kennen gelernt habe - ich war selbst einmal Vertauensmann der ÖTV - betreiben das Propagieren angeblich sozialer Themen ausschließlich aus dem Grunde der Mitgliederwerbung.
Nichts weiter …
Gruss
JH
www.mobbing-gegner.de